Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder: Lehrer sachsenweit im Warnstreik - 11.000 bei Protestkundgebung in Dresden!

 

Radebeul - Die Warnstreikaktionen der sächsischen Lehrer sind heute auf ganz Sachsen ausgeweitet worden. Ungefähr 70 Prozent der sächsischen Schulen waren dem Aufruf des Sächsischen Lehrerverbandes, der dbb tarifunion und der GEW Sachsen gefolgt.

Auf zahlreichen dezentralen Veranstaltungen in ganz Sachsen bekräftigten die Lehrer ihre Forderung nach einer linearen Einkommenserhöhung um 8 Prozent, mindestens 200 Euro.

 

Höhepunkt des zweiten Warnstreiktages bildete die Protestkundgebung vor dem Finanzministerium in Dresden. Mehr als 11.000 Streikende sind dem Aufruf der dbb tarifunion gefolgt. Sie kamen mit Bussen aus ganz Sachsen in die Landeshauptstadt. In einem anschließenden Protestmarsch zogen die Lehrer über die Augustusbrücke in Richtung Finanzministerium, wodurch der innerstädtische Straßenverkehr stark beeinträchtigt wurde.

Auf dem nahezu überfüllten Kundgebungsplatz machten die Lehrer ihren Forderungen Luft. Auf zahlreichen Plakaten und Transparenten verlangten sie u. a. eine sofortige Angleichung der Ostgehälter an das Westniveau, sowie akzeptable Arbeitsbedingungen, um das Abwandern hochqualifizierter Lehramtsabsolventen aus Sachsen zu verhindern.

„Die Arbeitgeber müssen endlich ihre starre Haltung aufgeben und begreifen, dass es Bildung nicht zum Nulltarif gibt“, so Willi Russ, 2. Vors. der dbb tarifunion.

 

Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes traf in seiner Rede besonders den Nerv der sächsischen Lehrerschaft, indem er sagte: „Bevor die Staatsregierung Berechnungen verkündet, was ein Prozent Einkommenserhöhung den Freistaat kostet, sollte auch der Ehrlichkeit halber genannt werden, was auf Kosten der Lehrer gespart wurde ... mit jedem Prozent Teilzeit!“

 

Ralph Tauscher

Pressesprecher des SLV

 

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