VBE-Landesvorsitzende Franke-Zöllmer zu Konjunkturpaket für Schulen: „`Häuser des Lernens´ bestehen aus mehr als nur Beton!“
- Sanierungsbedarf in Niedersachsen liegt bei 600 Millionen Euro -
Hannover - „Es ist immerhin zum Neuen Jahr ein kleiner Stern am Bildungshimmel, dass der dringende Sanierungsbedarf an vielen unserer Schulen von Politikern ebenso hoch eingeschätzt wird wie der beim Straßennetz,“ so lobte und kommentierte die Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Gitta Franke-Zöllmer, zum Jahreswechsel in Hannover die mögliche Zielrichtung eines Konjunkturprogramms der Bundesregierung.
„Laut Recherche des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSBG) beläuft sich allein der kurzfristige Investitionsbedarf bei den kreisangehörigen Kommunen auf ca. 320 Mio Euro, die gleiche Summe werden wohl auch die kreisfreien Städte ermitteln.“ Der VBE unterstützt deshalb die Forderungen des NSBG, das Investitionsprogramm zugunsten der Kommunen erheblich aufzustocken. Eine direkte Zweckbindung und Zuwendung für die Schulen müssen aber erkennbar sein.
Und weiter: „Es wäre jedoch zu kurz gefasst, primär in Beton und nicht insgesamt in Kinder zu investieren. Die ausschließliche Ausrichtung auf lange überfällige Erneuerungen maroder Grundsubstanzen, von Toiletten- und Heizungsanlagen, von undichten Dächern über Farbanstriche und Schulhöfen könnte zwar kurz- und mittelfristig dem Bereich des Handwerks und der Bauwirtschaft helfen, jedoch muss man Schule auch aus Sicht des Bundes als wesentlich komplexere Einrichtung sehen.“
Obwohl die Kultushoheit bei den Ländern liege, könne sie sich vorstellen, dass der Bund durchaus u.a. auch gesundheitliche Aspekte in den Vordergrund stellen könnte und Bewegungs- bzw. Sportmöglichkeiten wie vor allem den Schwimmunterricht insbesondere in ländlichen Bereichen fördern würde. Auch hinsichtlich des Ernährungsverhaltens unserer Kinder und Jugendlichen gäbe es vielfältige Ansatzpunkte, die durch ein Konjunkturprogramm zu nachhaltigen Ergebnissen führen könnten. Langfristig wären mit einer effektiven und gezielten Gesundheitsvorsorge wahrscheinlich sehr große Summen einzusparen.
Abschließend: „Wenn wir davon ausgehen, dass unsere Schulen Häuser des Lernens und des gelebten Miteinanders sein oder werden sollen, müssen wir weiter an der Realisierung von Ganztagsangeboten arbeiten, die über eine reine Betreuung hinausgehen und vor allem den Unterricht stärker in den Fokus stellen. Eine bibliothekare und multimediale Aufrüstung der Schulen tut not, um selbständiges Lernen zu fördern. Ferner gehören dazu als Rahmen neben einer attraktiven Mensa auch die Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte. Eine Kollegin oder ein Kollege kann seine Korrekturen und sonstigen außerunterrichtlichen Tätigkeiten weder im Lehrerzimmer noch am häuslichen Küchentisch angemessen erledigen. Nicht nur beim Ganztagsbetrieb muss ihnen wie bei anderen Berufen üblich ein vernünftiger Arbeitsplatz zugestanden werden.“

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