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VBE gegen Sozialneid-Diskussion unter PISA-Flagge
Berlin - „Deutschlands Teilnahme an PISA muss zu einer veränderten Philo- sophie des deutschen Schulsystems führen“, betont der Bundesvorsitzende des parteiunabhängigen Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckin- ger. „Das Zuteilen von Bildungswegen nach sozialer Herkunft widerspricht der demokratischen Verfasstheit unseres Landes“, so Eckinger. „Der Zugang zu Bildung muss von unten nach oben aufgebaut werden. Nicht nur Messen und Wiegen, sondern Fördern und Fordern heißt die Maxime, um Kindern unabhän- gig von ihrer sozialen Herkunft gelingende Bildungskarrieren zu eröffnen.“
Der VBE-Bundesvorsitzende warnt zugleich davor, die PISA-Ergebnisse holz- schnittartig zu deuten. „Nicht nur die Schule, auch das Elternhaus ist eine we- sentliche Determinante für den Bildungserfolg der Kinder. Liebe, Vertrauen und gegenseitige Achtung in der Familie sind eine gute Basis für schulischen Er- folg. Allerdings wollen wir keine neue Sozialneid-Diskussion, die Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern, diskriminiert.“
VBE-Bundesvorsitzender Eckinger kritisiert, dass seit 2001 in den Ländern nichts unternommen wurde, um individuelle Förderung in den Schulen zu ver- stärken. „Notwendige Diagnose- und Unterstützungssysteme für die Schulen stehen immer noch nur auf dem Papier der Kultusminister. In Deutschland wacht man erst auf, wenn es schon lichterloh brennt“, hebt Eckinger hervor. „Das Schüler-Lehrer-Verhältnis liegt immer noch unter dem OECD-Mittel. In der deutschen Grundschule kommen zum Beispiel 18,7 Schüler auf eine Lehrerin, im OECD-Mittel nur 16,5. Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter reichen nicht einmal für die Brennpunktschulen aus.“ ◆
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