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VBE Hessen sieht im Hamburger Volksentscheid kein Beispiel für Hessen

 

Landesvorsitzender Helmut Deckert mahnt Veränderungen im hessischen Schulsystem an – VBE-Modell konsensfähig

 

„Wie erwartet sehen sich die Bildungsgewinner durch den Hamburger Volksentscheid bestätigt“, äußerte sich heute der VBE-Landesvorsitzende zum Ergebnis der Hamburger Volksabstimmung. „Es hat aber keinen Sinn, die Ergebnisse dieses Volksentscheides zu instrumentalisieren und partei- und standespolitische Süppchen zu kochen“, fuhr er fort, „vielmehr gilt es jetzt, nach wie vor notwendige Schulstrukturveränderungen in Hessen im Konsens zu erreichen“.

 

Der VBE Hessen erinnere daran, dass die Bedingungen eines Stadtstaates nicht mit denen eines Flächenstaates zu vergleichen seien. So habe Hamburg keinerlei Gebiete mit einer ähnlich dünnen Besiedlung wie Hessen z. B. in Waldeck-Frankenberg, der Rhön und im Odenwald.

 

„Mit dem nötigen Abstand zu Hamburg kann man jetzt feststellen, dass es keinen Sinn hat, Veränderungen im Schulwesen mit der Brechstange zu erreichen zu suchen. Vielmehr“, so Deckert, „muss ein Modell konsensfähig für alle Beteiligten sein. Das schließt die politischen Parteien, die Gymnasial-Lobby und die Eltern weniger leistungsstarker Schüler mit ein. Wir müssen sie alle in ein Boot holen!“, forderte der VBE-Landeschef.

 

Und dafür sei das VBE-Modell eines mindestens in den Klassen 5 und 6 auf zwei Säulen beruhenden Schulmodells konsensfähig: Gymnasial-geeignete Kinder gehen in das Gymnasium, solche ohne befürwortende Empfehlung der Grundschule in diese zweite Säule neben dem Gymnasium. Das löst zugleich auch die Frage der Unterstufenlastigkeit der Gymnasien. Wichtig ist, dass nach der Klase 6 die Anschlussfähigkeit für alle Wege zum Abitur (G 8 und G 9) gegeben ist.

 

Motto: Ein Eingang, aber drei Ausgänge! Deckert abschließend: „Der VBE hat immer von den Abschlüssen her gedacht und betont, dass Schulstrukturfragen dienende Funktion haben. Er fordert deshalb gerade jetzt eine entsprechende Ausgestaltung des Beginns der Sekundarstufe I durch Verordnungen und Erlasse!“

 

 

Information: Nach wie vor entscheidet in Deutschland noch immer zu sehr der soziale Hintergrund über den Zugang zu Gymnasien und einen entsprechenden Abschluss. Zudem sind die Gymnasien in den unteren Klassen bis zu doppelt so stark wie in den Abiturjahrgängen, was auf ein Scheitern vieler Schülerinnen und Schüler schließen lässt.

 


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