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VBE: Fährt Kultusministerium Karren jetzt an die Wand?
Schulämter ohnmächtig - Personalschulräte verzweifeln
Stuttgart.
Das neue Schuljahr hat noch gar nicht begonnen, da zeichnet sich bereits ab, dass die Unterrichtsversorgung katastrophal werden wird. Die Schulämter sind angehalten, die Pflichtversorgung der Schulen zu Lasten des Er-gänzungsbereiches sicherzustellen, der völlig gegen null zurückgefahren werden muss. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg hält dieses Vorgehen für skandalös.
Der Pflichtbereich mit Deutsch, Englisch und Mathematik musste schon immer zuerst abgedeckt werden, bevor die Schulen mit Stunden aus dem Ergänzungsbereich versorgt wurden. Aus dem Ergänzungsbereich kommen Stütz- und Förderkurse, Stunden für Arbeitsgemeinschaften (Computerkurse, Schülerzeitungen und Theater-AGs), Stunden für Schüler mit einer Lese- oder Rechtschreibschwäche (LRS), Trainingsraumstunden für Verhaltensauffällige sowie Lehrerstunden für schulinterne und externe Krankheitsvertretungen. Diese Stunden wurden in den letzten Jahren bereits mehr oder weniger stark zurückgefahren.
In diesen Tagen wird Rektoren mitgeteilt wird, dass im kommenden Schuljahr krankheitsbedingte Unterrichtsausfälle mit schuleigenen „Bordmitteln“ aufzufangen seien, was die Zusammenlegung von Gruppen und die Auflösung sämtlicher Arbeitsgemeinschaften nach sich ziehe. Und da dem Schulamt bereits jetzt diverse Ausfälle an etlichen Schulen bekannt seien, würden den Stundenplanmachern erst gar keine Stunden aus dem Topf des Ergänzungsbereichs zugewiesen. Der VBE weiß, dass sich auch Personalschulräte auf den Schulämtern ob ihrer „von oben“ verordneten Handlungsunfähigkeit ziemlich ohnmächtig fühlen.
Besonders bitter ist, dass obendrein im laufenden Haushaltsjahr die Mittel für Lehrbeauftragte um ein Drittel gekürzt worden sind, so dass die Schulen auch hier gewaltig in Bedrängnis kommen. All die schönen Worte, die Politiker in Sonntagsreden über individuelle Förderung und intensive Unterstützung der schwachen Schüler, über Schulprofile und zusätzliche Angebote zum Besten ge-ben, entpuppen sich durch die aktuellen Handlungsanweisungen als hohle Phrasen, die die Bevölkerung lediglich einlullen sollen. Beim VBE hat man den Verdacht, dass das Kultusministerium nun den Karren vollends gegen die Wand fahren will. Durch die rigorose Beschränkung der Stundenzuweisung auf den Pflichtbereich erleiden die öffentlichen Schulen einen enormen Wettbewerbsnachteil. Die Privatschulen werden sich über neuen Zulauf freuen!
21.Juli 2010
www.vbe-bw.de 
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