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VBE beklagt: Zu viele Junglehrer ohne Anstellung

 

- Vom Referendariat zum Regaleauffüllen in den Supermarkt -

 

Stuttgart.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg bedauert es, dass wieder viel zu viele gut ausgebildete Junglehrer keine Anstellung bekommen. Nach über fünf Jahren qualifizierter, aber hoch spezialisierter Ausbildung stehen zu viele junge Pädagogen vor verschlossenen Schultüren. Sie kommen nicht in den Schuldienst, obwohl an den Schulen dringend mehr Lehrer benötigt würden, was nicht nur Eltern bei immer noch zu vollen Klassen und häufigem Unterrichtsausfall mit zunehmenden Unmut missbilligend feststellen.

 

Junge Lehrkräfte müssen in diesen Tagen erfahren, dass sie nach einer über fünfjährigen Ausbildungszeit an Hochschule und Lehrerseminar nicht in den Schuldienst übernommen werden, obwohl sie dafür eigentlich einen qualifizierenden Abschluss erreicht haben. „Und etwas anderes als `Schulehalten´ haben diese jungen Menschen nicht gelernt“, moniert der VBE-Sprecher. Obendrein sei die Ausbildung so spezialisiert, dass ein Hauptschul-lehrer nicht an einem Gymnasium eingesetzt werden könne, selbst wenn dort ein Mangel herrsche.

 

Der VBE wirft dem Kultusministerium vor, für diese Misere die Hauptverantwortung zu tragen. Immer wieder hatte der gewerkschaftliche Berufsverband eine Langzeit-Lehrerbedarfsanalyse mit verlässlichen Zahlen angemahnt.

 

Junge Menschen sollten im Voraus verlässlich informiert werden, ob es lohneswert sei, ein Lehramtsstudium aufzunehmen - und vor allem welches. Dazu müssten gesicherte Daten, insbesondere korrekte Schülerzahlen, vorliegen.

 

Einerseits wirbt das Kultusministerium in anderen Bundesländern um Lehrer, andererseits lässt es die Zukunftsträume hochmotivierter Pädagogen wie Seifenblasen platzen und gibt ihnen lediglich auf einer Warteliste die Perspektive für eine Stelle.

 

Es ist traurig, dass in Zeiten, in denen Schülern und Lehrern ständig mehr zugemutet wird und Kinder in viel zu großen Klassen und unter immer schlechteren Bedingungen unterrichtet werden, so viele Lehrer in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Durch die unterschiedliche Ausbildung der Lehrer an einer Universität respektive an einer Pädagogischen Hochschule ist später ein schulartübergreifender Einsatz nicht möglich.

 

18. Juli 2010

 

 

 

 

www.vbe-bw.de


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