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VBE: Weg mit der Benachteiligung der Hauptschule

 

Werkrealschulen haben identischen Bildungsplan

 

 

Stuttgart.

Das letzte (zehnte) Schuljahr und die Mehrzügigkeit unterscheiden die neuen Werkrealschulen von den Hauptschulen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht aufgrund der zwei völlig verschiedenen Türschilder für Schulen, die ihre Schüler nach dem gleichen Bildungsplan unterrichten, einen eindeutigen Wettbewerbsnachteil für die damit noch einmal herabgestuften Hauptschulen gegenüber den vom Namen her auf neu gemachten Werkrealschulen.

 

Schüler, die ein nicht voll ausgebautes Gymnasium - ein Progymnasium - besuchen, können dort kein Abitur ablegen, dürfen sich aber trotzdem Gymnasiasten nennen. Schüler die nach dem Bildungsplan der Werkrealschule unterrichtet werden, jedoch an einer Schule ohne zehntes Schuljahr ohne „Oberstufe“, sind, heißen unverständlicherweise nicht Werkrealschüler, sondern Hauptschüler.

 

Das neue Schulgesetz ruft immer mehr Unmut im Land hervor, kommt doch für die an sich schon benachteiligten Hauptschüler ein weiterer Nachteil hinzu.

 

Schüler, die in einer zweizügigen Schule (mit a- und b-Klassen) nach dem Bildungsplan der Werkrealschule unterrichtet werden, gelten als Werkrealschüler. Gibt es aber nicht so viele Schüler am Ort, so dass nur ein Zug zustande kommt - der nach fünf Jahren abschließt -, heißen diese Kinder und Jugendlichen Hauptschüler. Werkrealschüler, die nach fünf Jahren die Werkrealschule verlassen, gehen mit einem Hauptschulabschluss trotzdem als Werkrealschüler ab.

 

Warum diese Sprachverwirrung sein muss, verstehen immer weniger Menschen. Den VBE erreichen Schreiben von Hauptschulen, die das Etikett „Werkrealschule“ auch haben möchten, weil ihre Schüler nach dem Bildungsplan der Werkrealschule unterrichtet werden. Diese Schulen bitten das Kultusministerium, analog zu den Progymnasien ohne Oberstufe die Bezeichnung „Werkrealschule mit externem 10. Schuljahr“ – oder: ohne zehntes Schuljahr – führen zu dürfen, um die Hauptschüler nicht noch einmal gegenüber den Werkrealschülern herabzustufen, Schüler, die es beim Kampf um einen Ausbildungsplatz sowieso in der Regel schwerer haben als (Werk-)Realschüler und Gymnasiasten.

 

07.07.2010

 

 

 

 

www.vbe-bw.de


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