Start | Abo Newsletter | Kalender | Sitemap | Suche | Kontakt | Druckansicht | Hilfe        RSS


Der VBE ist skeptisch

 

Werbekampagnen sollen die neue Werkrealschule als innovatives Erfolgsmodell verkaufen

 

Stuttgart.

Alle Hauptschulen müssen ab kommendem Schuljahr nach dem noch im-mer nicht vorliegenden (!) Bildungsplan der Neuen Werkrealschule unterrichten. Die Schulen dürfen dies aber nur dann im Namen ausweisen, wenn sie dafür beim Kultusministerium einen Antrag gestellt haben. Diesen Antrag als Beleg für einen durchschlagenden Erfolg des aufgefrischten Werk¬realschulkonzeptes aus den Neunzigerjahren zu verkaufen, hat schon etwas von Gesundbeterei, behauptet der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg.

 

Ab dem kommenden Schuljahr wird es keine Hauptschule “mit Werkrealschule“ mehr geben. Über 15 Jahre lang prägte diese die Schullandschaft mit. Stattdessen wird künftig unterschieden zwischen Hauptschule (ohne zehntes Schuljahr) und Werkrealschule mit mindestens einer zehnten Klasse, die ansonsten durchgängig zweizügig sein soll.

 

Trotz der unterschiedlichen Namen wird in beiden Schulformen nach dem gleichen Bildungsplan unterrichtet, so dass Schüler nach jeder Klassenstufe von der Hauptschule zur Werkrealschule wechseln können. Da sich aber ohne offizielle „Genehmigung“ keine der rund 1200 Hauptschulen im Land „Werkrealschule“ nennen darf, müssen diese Schulen gezwungenermaßen einen Antrag auf das neue Namensschild stellen. Bei zwei- oder mehrzügigen Hauptschulen mit ausreichend Schülern ist der Antrag reine Formsache. Auch alle einzügigen Hauptschulen, die seither schon eine zehnte Klasse zusammengebracht haben, dürfen den Titel „Werkrealschule“ beantragen.

 

Wenn der Kultusminister jetzt das Vorliegen von 567 Anträgen auf die Einrich-tung einer Werkrealschule vollmundig als Zustimmung zu seiner Bildungspolitik verkauft, macht er sich selber ein X für ein U vor, denn den Schulen blieb mehr oder minder nichts anderes übrig, als diesen Antrag zu stellen. So ist nicht die Qualität der Arbeit für die künftige Schulform Werkrealschule Maßstab, sondern die Quantität der vorhandenen Schüler. Das Kultusministerium nimmt dabei billigend in Kauf, dass stabile einzügige Hauptschulen ohne zehntes Schuljahr zu Gunsten größerer Einheiten auf der Strecke bleiben. Dabei macht es sich jedoch nicht die Hände schmutzig und schiebt den Schwarzen Peter elegant den Kommunen vor Ort zu, die nun Bildungspolitik machen müssen.

 

16.02.2010

 

 

www.vbe-bw.de


Seitenanfang



  RSS    | Seite empfehlen | Druckansicht | pdf-Version | Impressum