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Proteste der Lehrerverbände greifen

 

Proteste der Lehrerverbände greifen

 

BLLV-Präsident bedankt sich bei den Unterzeichnern des Offenen Briefes / „Diskussion um Zukunft des Gymnasium darf nicht nur quantitativ geführt werden“

 

München - Der massive und geschlossene Widerstand der Lehrerverbände zeigt ersten Erfolg: Statt der zunächst angekündigten 300 werden nun 400 angehende Gymnasiallehrer/innen eingestellt. „Wir freuen uns darüber, allerdings kann das nur als Geste verstanden werden, denn auch mit 100 zusätzlichen Lehrkräften können die massiven Probleme an bayerischen Gymnasien nicht gelöst werden“, betonte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, heute in München. Er bedankte sich bei den über 1200 Unterzeichnern des Offenen Briefes an Kultusminister Spaenle, den der BLLV auf seiner Homepage unmittelbar nach Bekanntgabe der Einstellungsnoten veröffentlicht hatte. In ihm fordert Wenzel den Kultusminister auf, seine Einstellungspolitik kritisch zu überprüfen und deutlich mehr Referendare in den Schuldienst zu übernehmen.

 

Er warnte vor einer rein quantitativ geführten Diskussion um das Gymnasium. „Dringend erforderlich sei eine tiefgreifende Neuausrichtung. Es sei äußerst bedenklich, wenn es an den Gymnasien nur noch um die Vermittlung des „zentral prüfungsrelevanten Lernstoffes“ gehen soll - wie es Kultusminister Spaenle Anfang dieser Woche bei einer Pressekonferenz zur gymnasialen Oberstufe angekündigt hat. „Das bedeutet, Schülerinnen und Schüler werden auf Prüfungen getrimmt, der Stoff wird abgefragt und anschließend wieder vergessen. Ein so verstandenes Gymnasium ist aus meiner Sicht rückwärtsgewandt und macht aus dieser Schule eine reine Paukanstalt. Mit einem modernen Lern- und Leistungsverständnis, in dem Befunde der neuesten Hirnforschung berücksichtigt werden, hat das alles nichts mehr zu tun“, erklärte Wenzel.

 

„Die zusätzlichen 100 Stellen sind ein Erfolg - und dennoch ist es zu wenig. Die Arbeitssituation an den Gymnasien hat sich mit den immer weiter steigenden Übertrittszahlen und der Einführung des G8 erheblich verschlechtert. Wenn die Klassenstärken am Gymnasium ohne Mehrbelastung der Lehrkräfte gesenkt werden sollen, müssen unbedingt mehr Lehrer eingestellt werden. Die Anstellungssituation wird sich aber bereits im nächsten Jahr weiter zuspitzen“, sagte der BLLV- Präsident.

 

www.bllv.de

 


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