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Lehrerbildung

 

Positionsbeschreibung des VBE Bundeshauptvorstandes vom 29.11.2003

 

Lehrerbildung

 

Nach PISA wird bei der Suche nach Ursachen auch die Lehrerbildung in den Blick genommen. Der VBE begrüßt die neuerliche Diskussion um Lehrerbildung, stellt aber auch unmissverständlich klar, dass die Reformideen nicht neu sind, sondern bereits im Konsens mit der KMK 1999 im Expertenbericht niedergelegt wurden. Es kommt jetzt darauf an, diese Reformen nicht länger zu beschwören, sondern mutig umzusetzen. Häufig verschiebt sich die Debatte von den notwendigen inhaltlichen Reformen auf die Strukturfragen von Bachelor- und Masterabschlüssen. Diese Bologna-Vorgaben stehen zwar in Einklang mit den Zielen einer Europäisierung der Lehrerbildung, dabei dürfen aber die in der Umstrukturierung lauernden Gefahren nicht übersehen werden: Die gesamte Lehrerbildung muss wissenschaftlich bleiben. Sie darf bei keinem Lehramt mit dem Bachelor enden. Ausbildungsort ist die Universität. Die Unsicherheit darüber, zu welcher Berufsqualifikation ein BA im Lehramtsstudium führt, kann nicht dahingehend aufgelöst werden, dass Schnell- oder Billiglehrer produziert werden. Keinesfalls dürfen BA/MA-Strukturen dazu führen, dass wieder nach „niederen“ und „höheren“ Lehrämtern unterschieden wird. Auch Quereinsteiger in den Lehrerberuf über eine MA-Phase müssen die absolute Ausnahme bleiben und sind nur als eine Reaktion auf den enormen Lehrermangel und die Direkteinstellungen ohne Vorbereitung zu verstehen.

 

Strukturell im Mittelpunkt steht für den VBE eine grundständige und pädagogische Lehrerbildung, die ganz eindeutig die Professionalisierung des Lehrerberufs zum Ziel hat. Dazu gehört eine Erziehungswissenschaft, die sich in Forschung und Lehre als Berufswissenschaft versteht, eine Integration der Fächer, die sich mit Lehrerbildung beschäftigen, und eine Verbindung von 1., 2. und 3. Phase.

 

An den Universitäten muss ein „Haus der Lehrerbildung“ entstehen, das allen Lehramtsstudenten eine Heimat bietet, sie begleitet, berät und neue, selbstbestimmte Arbeitsformen im Sinne eines forschenden Lernens einführt. Dazu gehören notwendigerweise Kooperationsschulen, in denen die Theorie verankert und mit der Praxis verbunden werden kann. Wissenschaft und Praxis lassen sich verbinden, wie in einem neuen Forschungsprojekt nachgewiesen wurde, das in enger Kooperation mit VBE und Deutscher Forschungsgemeinschaft durchgeführt wurde.

 

Die Entwicklung von Modulen innerhalb eines Kerncurriculums für Lehramtsstudierende muss die Kompetenz und das Selbstverständnis von Lehrerinnen und Lehrern als Experten für Unterricht und Erziehung anstreben. Unterrichten und das Schaffen von Lernarrangements, das Umgehen mit einer Klasse, Diagnose und Hilfestellung für den einzelnen Schüler und das Selbstverständnis im Kollegium und in der Weiterentwicklung von Schule sind die Grundlagen des Berufs. Für diese Ziele wird sich der VBE mit ganzer Kraft auf berufspolitischer, berufsethischer, wissenschaftlicher und schulpraktischer Grundlage einsetzen.

 


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