Start | Abo Newsletter | Kalender | Sitemap | Suche | Kontakt | Druckansicht | Hilfe        RSS


Schule und Polizei

 

Gewalt-Prävention und Schul-Sicherheit als gemeinsame Aufgabe

 

Aggressives Verhalten und Gewalt in unterschiedlichster Form sind an unseren Schulen ständige pädagogische Herausforderungen für alle Beteiligten.

 

Zahlreiche Programme und erzieherische Maßnahmen sind entwickelt worden, die von Lehrerinnen und Lehrern präventiv und ad hoc eingesetzt werden. Dadurch ist es vielen Schulen möglich geworden, besser mit Gewalttätigkeiten fertig zu werden. Dazu dienen unter anderem Regelwerke (Codizes), die von Schulen entwickelt wur-den und von den Kollegien in Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern angewandt werden. Ziel ist dabei ein gewaltfreies und friedliches Miteinander als wesentliche Grundlage für das gemeinsame Leben und Lernen in der Schule.

 

Die pädagogischen Mittel der Schule sind allerdings begrenzt. Nicht immer gelingt es, Gewalt mit schuleigenen Maßnahmen abzubauen. In solchen Fällen muss die Schule auch – als Teil eines pädagogischen Netzwerkes – auf Hilfe „von außen“ zu-rückgreifen können. Hilfe und Unterstützung kann dabei von anderen öffentlichen Institutionen erwartet und geleistet werden, wie der Jugendhilfe, aber auch von der Polizei.

 

Die Polizei hat inzwischen in allen Ländern Programme aufgelegt, die sich mit der Gewaltprävention befassen. Auf diese Programme können und sollten Schulen zu-rückgreifen, wenn sie aus eigener Kraft und mit internen pädagogischen Maßnahmen gewalttätiges Verhalten nur unzureichend verhindern können.

 

Oft bestehen allerdings auch in der Demokratie noch Vorurteile gegenüber der Poli-zei, die als „obrigkeitsstaatliches Instrument“ gesehen und der deshalb wenig (päda-gogisches) Vertrauen entgegengebracht wird. Zurückhaltung gibt es selbst bei Lehre-rinnen und Lehrern.

 

 

 

Ausgeprägtes Misstrauen gibt es aber vor allem bei Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund und solchen aus bildungsfernen Schichten. Kennzeichnend für beide Gruppen ist, dass sie in zwei Welten, mit differierenden Normen, leben. Aus-ländische Kinder und Jugendliche haben in ihrem Heimatland oft einen autoritären Machtapparat erlebt. Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Schichten haben durch ihre Peer-groups und durch Medien oft ein verzerrtes Bild von staatlichen Or-ganen.

 

Eine verstärkte Zusammenarbeit von Schule und Polizei im Sinne einer vernetzten Gewaltprävention braucht deshalb „vertrauensbildende“ Maßnahmen. Dies ist – un-terstützt durch entsprechende Hilfestellungen der Polizei – eine pädagogische Auf-gabe der Schulen. Hierzu zählen bewährte Maßnahmen wie die Schulwegsicherung, der Mofa-Führerschein und die Verkehrserziehung ebenso wie die Drogenaufklärung und –beratung.

 

In folgenden Bereichen sollte es darüber hinaus im Sinne einer allgemeinen Gewaltprävention zu einer verstärkten Zusammenarbeit von Schule und Polizei kommen: pädagogische Projekte zu typischen Konfliktthemen, gezielte Ansprache gefährdeter Personen und Personengruppen, Deeskalationsmaßnahmen im schulischen Umfeld (Schule als Übungsraum für konstruktiven Streit, als Polis), intensive Behandlung von einzelnen Gewaltausbrüchen, Entwicklung eines Sicherheitskonzepts für die ein-zelne Schule.

 

Der VBE begrüßt und unterstützt eine in diesem Sinne vernetzte Prävention von Ge-walt an Schulen und in ihrem Umfeld als eine Allianz für ein friedliches Leben und Lernen in der Schule.

 

(beschlossen am 13.11.04)


Seitenanfang



  RSS    | Seite empfehlen | Druckansicht | pdf-Version | Impressum