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VBE: Will Hessen das Gymnasium als Gesamtschule der Nation?

 

Berlin - Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) lehnt den Vorstoß Hessens ab, an Gymnasien einen Turbogang für die Mittlere Reife einzurichten.

 

Johannes Müller, Mitglied der VBE-Bundesleitung und VBE-Landesvorsitzen-
der in Rheinland-Pfalz, zeigt sich verwundert, dass „Hessen unter Beifall von Baden-Württemberg und Niedersachsen eine Strukturdebatte anzettelt, obwohl stets betont wird, Strukturdebatten brächten nichts“. Johannes Müller fragt: „Will man, dass das Gymnasium zur Gesamtschule der Nation wird?“ Man müsse sich darüber im Klaren sein, so Müller, dass ein Turbogang Mittlere Reife am Gymnasium zu einer verstärkten Anwahl des Gymnasiums führen würde und damit sowohl Haupt- wie auch Realschulen leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler verlören.

 

„Der hessische Vorstoß ist geeignet, die Selektion im deutschen Schulsystem noch einmal zu verschärfen“, warnt Johannes Müller. „Unausweichlich würde die Gleichwertigkeit der Abschlüsse in der Sekundarstufe I in Frage gestellt.“ Außerdem sei es der Versuch einiger Länder, den Föderalismus weiter zu be-
schädigen. „Das Schulsystem der Länder darf nicht noch mehr auseinander driften. Der VBE erwartet von der KMK ernstzunehmende Entscheidungen zur Weiterentwicklung des deutschen Schulsystems.“ Müller benennt als Kriterium „die Stärkung der Bildungsgerechtigkeit“. „Unser Problem ist die zu enge Kopp-
lung der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler an ihre Bildungskarri-
ere. Hessens Vorstoß führt unter diesem Aspekt eher in eine Sackgasse.“ ◆

 

 

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