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Werteerziehung ist keine Folklore

 

Dreieich-Sprendlingen - „Werteerziehung darf nicht auf das Maß einer gesellschaftlichen Verkehrserziehung zurechtgeschrumpft werden“, sagte heute der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger auf der Landesvertreterversammlung des VBE Hessen. Eckinger betonte, allgemein anerkannte Wertvorstellungen seien die Basis von Unterricht und Erziehung und müssten deshalb auch Gegenstand aller Fächer sein. Der VBE-Bundesvorsitzende kritisierte erneut das Berliner Projekt, zum Schuljahr 2006/07 ein Pflichtfach „Werteunterricht“ für alle Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse einführen zu wollen. „Ein Unterrichtsfach ‚Werte-
unterricht’, wie jetzt in Berlin geplant, konterkariert jeden Versuch, bei Jugendlichen ein Bewusstsein für grundlegende Werte zu stiften“, erklärte Ludwig Eckinger. „Wer Werte zum Gegenstand eines eigenen Faches macht, macht sie zur Folklore und löst die Werte aus ihrem gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhang.“

 

Der VBE-Bundesvorstand hatte in seiner Sitzung am 15. und 16. April in Freiburg zu den Berliner Plänen Stellung bezogen und gefordert: „Religions-
unterricht muss gleichberechtigtes Angebot sein!“ In dem Beschluss heißt es: „Es ist pädagogisch zwingend, dass jeder Unterricht und das gesamte Schulleben wertbezogen gestaltet werden.“ Schülerinnen und Schüler dürften nicht verpflichtet werden, ausschließlich an einem so genannten „Werte-
unterricht“ teilzunehmen. Der Staat könne Normen setzen, Wertentscheidungen entzögen sich aber grundsätzlich seiner Kompetenz. ◆

 

 

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